sevenload
sevenload [ˈsevənloʊd] ist eine Plattform zur kostenlosen Verwaltung von multimedialen Inhalten im Internet. Auf sevenload können Videos, und Bilder hochgeladen, indiziert, geschützt, kommentiert, in Alben organisiert und mit Freunden und der Webgemeinde geteilt und ausgetauscht werden. Neben dem User Generated Content bietet sevenload den Nutzern in Zusammenarbeit mit zahlreichen Produktionsfirmen und Plattenlabels TV-Inhalte und eine Vielzahl an Musikvideos. Im TV-Bereich kooperiert sevenload z.B. mit National Geographic, der Deutschen Welle und DMAX. Universal Music und Sony Music zeigen in ihren Channels aktuelle und ältere Musikclips. Aktuell gibt es 22 lokalisierte Landesportale in insgesamt 12 Sprachen.
Das Unternehmen scheint sich neben dem Charakter einer Web 2.0 Plattform selbst als “Social Video Network” im Bereich Web-TV sowie als Technikdienstleister zu verstehen: So wurden für Firmen wie BMW und Grundy UFA eigene Video-Portale entwickelt.
Unternehmen
Gegründet wurde die sevenload GmbH im April 2006 in Köln von Ibrahim Evsan, Thomas Bachem, der Beteiligungsgesellschaft von Axel Schmiegelow (dw capital GmbH), und der K2 Interactive von Akgün und Tamer Kulmac. Ibrahim Evsan und Thomas Bachem hatten seit Herbst 2005 die Technologie für einen Video Player im Internet entwickelt. Die Gebrüder Kulmac zogen sich bald nach Gründung aus dem operativen Geschäft zurück, während Axel Schmiegelow im Sommer 2006 CEO wurde. Ibrahim Evsan und Thomas Bachem zeichneten als CTO und Director Technology, Axel Schmiegelow als CEO für das Geschäfts- und Lizenzmodell und die Finanzierung verantwortlich. In 2007 kam Andreas Heyden als COO dazu, der als Inhouse-Gründer bei RTL den sevenload-Wettbewerber Clipfish gegründet hatte. Er übernahm die Verantwortung für die Lizenzierung professioneller TV Inhalte.
Die beiden Mitgründer Ibrahim Evsan (ehem. CTO) und Thomas Bachem (ehem. Director Technology) verließen im September 2009 die Firma, um ein neues Unternehmen zu gründen. Die Geschäftsführer der Gesellschaft waren seitdem Axel Schmiegelow (CEO) und Andreas Heyden (COO). Beteiligt an sevenload waren T-Online Venture Fund, DLD Ventures, Martin Varsavsky, Media Ventures GmbH, dw capital GmbH sowie über Managementbeteiligungsgesellschaften Axel Schmiegelow (CEO), Andreas Heyden (COO), Jodok Batlogg (CTO), Richard Cooperstein und eine Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft.
Am 15. Dezember 2010 wurde durch einen Bericht im Handelsblatt bekannt, dass der Burda-Konzern über seine Beteiligungsgesellschaft DLD Ventures die Mehrheit am Unternehmen durch den Kauf der Anteile des T-Online Venture Funds zum 17. Dezember 2010 übernommen hatte. Im Zuge dessen wechselte der Mitgründer und bisheriger Geschäftsführer Axel Schmiegelow in den Aufsichtsrat des Unternehmens, während Andreas Heyden die alleinige Geschäftsführung als CEO übernahm. Der neue Aufsichtsrat wird demzufolge durch Dr. Marcel Reichart, Dr. Jörg Lübcke und Axel Schmiegelow gebildet. Laut Medienberichten liegt die Vermutung nahe, dass aufgrund der Zusammensetzung des Aufsichtsrats auch die Media Ventures GmbH (Dirk Ströer) und Privatinvestoren wie Martin Varsavsky ihre Anteile abgegeben haben, und nur DLD Ventures und dw capital als Investoren am Unternehmen beteiligt sind. Die weiteren Beteiligungsverhältnisse an sevenload durch weitere Investoren oder Minderheitsbeteiligungen sind seitdem unklar.
Benutzerfunktionen
Unregistrierte Nutzer können die bei sevenload veröffentlichten Inhalte ansehen. Registrierte Nutzer haben zudem die Möglichkeit, eigene Inhalte hochzuladen und aktiv die Community mitzugestalten. Die User haben bei ihren selbst erstellten Werken die Möglichkeit, die Nutzungsrechte über die Creative Commons-Lizenz zu verwalten. Über RSS-Feeds können sich die Nutzer individuell über Aktualisierungen der Bilder und Videos oder spezielle Schlüsselwörter informieren lassen. Mit zahlreichen Widgets oder dem Embedded-Flashplayer können sämtliche auf sevenload gehosteten Fotos und Videos in den privaten Webseiten, Foren oder Blogs der Mitglieder integriert werden.
Inhalte
Neben dem bekannten Prinzip des User Generated Content bietet sevenload seinen Nutzern nach verschiedenen Kategorien strukturierte Kanäle an. Das Unternehmen versteht sich in diesem Bereich selbst als Anbieter für so genannte “Premium-TV-Inhalte”, die über verschiedene Content-Partner in den Kanälen bereitgestellt werden. In diesen Kanälen werden regelmäßig über 1.800 WebTV-Formate mit eigenen Moderatoren und Schauspielern in Form von Eigenproduktionen, Shows, Reportagen und Dokumentationen präsentiert (unter anderem die Mindtime Show). Dabei werden die Inhalte durch eine eigene Redaktion in den Kanälen selbst zusammen gestellt, so dass eine Mischung aus professionellen Themen wie die Videos von Focus Online, aber auch von semiprofessionellen bis amateurhaften Inhalten, die vielmehr dem User Generated Content zuzuordnen sind, entsteht.
So waren die achte und neunte Staffel von Big Brother als eigenes Format zentral in der Webseite integriert. und seit August 2008 ist die erste Staffel (1995) von Verbotene Liebe abrufbar. Im September 2009 startete sevenload mit dem eigenen Musikportal “sevenload Music TV”. Seit August 2009 ist bei sevenload deutsch- und französisch-sprachige Website für World Wrestling Entertainment zu finden. Im Februar 2010 folgte die türkisch-sprachige Website und im Oktober 2010 die polnisch-sprachige Website für World Wrestling Entertainment.
Technik
Die Videos werden bei sevenload im Flash-Video-Format (Dateinamenserweiterung “.flv”) gespeichert und können online als Stream im Webbrowser abgespielt werden. Zum Betrachten der Videos im Webbrowser ist die Installation des Adobe-Flash-Plugins erforderlich. Videos können bis zu einer Größe von 1,5 GB in den gängigsten Formaten (z. B. AVI, MPEG, WMV oder Quicktime) hochgeladen werden. Vor der Weiterverbreitung werden sie von sevenload in das Flash-Video-Format konvertiert. Die Nutzer können Bilder bis zu einer Größe von zehn MB hochladen; erlaubt sind die Formate JPG, GIF, PNG, BMP, TIF, JP2, PSD, WMF und EPS.
Neben den klassischen Werbebannern bietet sevenload auch VideoAdvertisement, was mit einer derzeit noch unklaren Erlösbeteiligung für die eigentlichen User einhergeht.
Ende März 2008 wurde das Portal komplett überarbeitet und trug den Namen „sevenload 3.0“. Neben dem Design wurde auch der Videoplayer neu entworfen und bietet eine bessere Bildqualität. Die Benutzer können in der neuen Version Gruppen erstellen, was bereits von anderen Sozialen Netzwerken, wie etwa Facebook oder StudiVZ, bekannt ist.
Seit Februar 2009 können Videos in High Definition-Qualität hochgeladen werden, dafür wurde das Uploadlimit von 200 Megabyte auf 1,5 Gigabyte heraufgesetzt.
Mittlerweile finden sich einige der Videos von sevenload mit ca. 100 Channeln auch auf neuen TV-Geräten von Philips Net TV, Sony Bravia, TechniSat und Loewe sowie auf Set-Top-Boxen und Receiver mit T-Home Entertain und Videoweb. Ob sevenload seine Videos nach dem HBB-Standard einheitlich optimiert, einzelne Anwendungen für die verschiedenen Endgeräte nutzt oder ein eigenes System eingesetzt wird, kann bisher noch nicht bestätigt werden.
Kritik
- Videos mit fragwürdigem Inhalt
Laut Nutzungsbedingungen von sevenload dürfen die hochgeladenen Inhalte nicht gegen gesetzliche Verbote, die guten Sitten und gegen die Rechte Dritter verstoßen. Dennoch werden regelmäßig solche Inhalte hochgeladen und sind bis zur Kenntnisnahme und nachfolgenden Löschung durch den Seitenbetreiber für die breite Öffentlichkeit zugänglich.
- Urheberrechtsverletzungen
Trotz Verbot kommt es auch immer wieder zur Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material auf sevenload. Laut einem Testbericht aus dem Jahr 2007 von der Zeitschrift Computer Bild wird dieses aber schnell nach dem Eingang einer Meldung gelöscht. In einem Urteil vom 29. September 2010 des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg wurde die Videoplattform sevenload im Rahmen einer Berufungsklage eines Musikverlags von den Vorwürfen entlastet, sich urheberrechtlich geschütztes Material zu Eigen zu machen und muss sich daher nicht als Täter einer Urheberrechtsverletzung verantworten. Dieses Urteil scheint für die deutsche Medienbranche richtungsweisend zu sein, zumal das Landgericht Hamburg erst im August einen Eilantrag der GEMA auf eine Einstweilige Verfügung gegen das Konkurrenzportal YouTube ablehnte.
- Inhalte
Das Portal bietet im Vergleich zur Konkurrenz weniger Videos an. Neben ca. 1.800 Channels findet man den für Videoplattformen bekannten Inhalt aus kurzen Clips, Mitschnitten, Aufnahmen und lustigen Videos.
- Werbung
Jedes Video beginnt mit einer max. 30 sekündigen Werbung, bis man den eigentlichen Inhalt zu sehen bekommt.
Kurioses
Der Name des Unternehmens entstand aus der Komposition der englischen Worte „seven“ und „load“, was sinngemäß „Sieben Tage die Woche hochladen“ bedeuten soll.
(Quelle: Wikipedia)







